Pflege Intensivabteilung und Aufwachraum


 

Im Institut für Anästhesiologie und Intensivpflege finden Sie 2 Bereiche für Patientenüberwachung vor: Einerseits die Intensivstation mit der Möglichkeit, bis zu 8 kritisch kranke Patienten zu behandeln und andererseits den Aufwachraum, in dem Patienten nach der Operation eine effektive Schmerztherapie mit gleichzeitiger intensiver Überwachung der Lebensfunktionen erhalten. Derzeit sind innerhalb der Berufsgruppe Gesundheits- und Krankenpflege in den genannten Bereichen 36 Mitarbeiter bemüht, die Patienten rund um die Uhr adäquat zu betreuen.

 

Die Intensivstation ist gemäß ÖSG 2006 als interdisziplinäre Intensivbehandlungseinheit der Stufe 3 eingestuft. Das bedeutet, dass hier Erwachsene mit kritischen Erkrankungen nahezu aller medizinischen Disziplinen behandelt werden (außer Transplant, Verbrennung).

Die Mitarbeiter der Intensivpflege erhalten in einer frühen Phase ihrer Karriere eine 9-monatige Sonderausbildung für Intensivpflege, die an einer Univ.-Klinik in Österreich absolviert wird. Weiters arbeiten Mitarbeiter aus dem Pflegehilfsdienst und Auszubildende aus mehreren Kursen und Lehrgängen angeleitet und unter Aufsicht am Patienten und an der Logistik der Abteilung.

Der Aufgaben- und Verantwortungsbereich dieser Mitarbeiter umfasst die teilweise oder komplette Übernahme aller Aktivitäten des täglichen Lebens, soweit sie der Patient nicht mehr selbständig ausführen kann, also die Pflege, sowie die teilweise oder vollständige Übernahme und Überwachung aller Organfunktionen gemäß ärztlichen Vorgaben, die beim Patienten aufgrund seines kritischen Krankheitsbildes vorübergehend beeinträchtigt sind, also die Mitwirkung an der Behandlung des Patienten.

Das umfasst:

  • die Körperpflege des Patienten: Ganzkörperwäsche, Teilwäsche, Hilfestellung zum selbständigen Waschen in der Phase der Rehabilitation
     
  • die Ernährung des Patienten: die Verabreichung definierter intravenöser oder Sondenernährung (über Magen- oder Dünndarmsonden) bis hin zur Essenseingabe und Hilfestellung
     
  • die Ausscheidung des Patienten: hygienische Versorgung von Harnkathetern und Stomata (überbrückende oder dauerhafte künstliche Darmausgänge), Stuhlsorge
     
  • Lagern, Mobilisieren und Bewegen: regelmäßiges Umlagern des Patienten je nach Lungensituation und Hautzustand, Aufsitzen im Bett, Stehen und Gehen mit dem Patienten im Sinne einer Frührehabilitation, Auf- und Heraussetzen sowie Herumfahren (auch ins Freie) mit – ggf. auch beatmeten – Patienten im Sinne einer somatischen, visuellen und vestibulären Stimulation

 

  • Spezielle Lagerungstherapie: aufwendige Lagerung entweder in sog. Rotorest-Betten oder diskontinuierliche Bauchlagerung bei schwerer Lungensymptomatik, minimale Bewegung mit seltenem Umlagern bei Patienten mit gesteigertem Hirndruck
     
  • Monitoring (apparative und nicht-apparative Überwachung und Dokumentation der Lebensfunktionen des Patienten): EKG, invasiver und nicht-invasiver Blutdruck, zentraler Venendruck, Pulmonalarteriendruck, intrakranieller Druck, kontinuierliches Herzzeitvolumen und weitere Herzleistungsparameter, Körpertemperatur, Gewebsoxygenierung, zentralvenöse Blutsauerstoffsättigung, endtidale CO2-Messung mit Kaliometrie, Neuromonitoring, Laborwerte
     
  • Atemunterstützung und Mitwirkung an der Beatmungstherapie: Atemübungen, Unterstützung der Spontanatmung durch permanenten Überdruck eines vorgegebenen Atemgas-Gemisches über Nasen-, Mund- oder Vollgesichtsmasken (CPAP), Pflege von liegenden künstlichen Atemwegszugängen (Trachealtuben, Trachealkanülen), Überwachung und Adaptierung der ärztlich vorgegebenen Beatmungstherapie am Beatmungsgerät, Analyse der Blutgase

 

  • Mitwirkung an extrakorporalen Nierenersatzverfahren: durchführen extrakorporaler Nierenersatzverfahren (kontinuierliche Hämodialyse, Hämofiltration, Hämodiafiltration) gemäß ärztlichen Vorgaben, Durchführen der extrakorporalen Antikoagulation (= Gerinnungshemmung des Blutes) und der regionalen Zitratantikoagulation gemäß ärztlichen Vorgaben

Bei einem extrakorporalen Verfahren wird Blut aus dem Körper abgeleitet, behandelt (in diesem Fall gefiltert) und wieder in den Körper zurückgleitet.

  • Mitwirkung an der Herzkreislaufstabilisierung und Medikamentenverabreichung gem. ärztl. Vorgaben: intravenöses Verabreichen von Flüssigkeiten (Volumentherapie) sowie die kontinuierliche (über Infusomaten und Perfusoren) und diskontinuierliche Verabreichung von Medikamenten in bereits liegende venöse und zentralvenöse Zugänge oder in Magen- bzw. Dünndarmsonden

 

  • Mitwirkung beim Legen und Pflege intravenöser Zugänge sowie die Mitwirkung an invasiven Eingriffen: Vorbereitung, Assistenz, Nachsorge beim Legen sowie die kontinuierliche Pflege bei invasiven Zugängen (zentralvenöser Katheter, Arterienkatheter, Trachealkanüle, Duodenumsonde, Hirndrucksonde/Ventrikeldrainage, Punktionen und Drainagen)
     
  • Gespräche mit Patienten und Angehörigen: Globale Information über Intensivaufenthalt des Patienten, Aufklärung über Handlungen, pflegerische Auskunft, Motivation und moralische Stütze von Angehörigen, Sterbebegleitung

 

Im Aufwachraum (engl. recovery room) erholt sich der Patient von Operation und Narkose. Während Patienten nach kleinen und mittleren Eingriffen einige Stunden überwacht werden, bleiben sie nach großen Eingriffen bzw. bei gewissen Risikofaktoren über Nacht im Aufwachraum und werden am nächsten Morgen wieder auf die Bettenstation rücktransferiert. Da der Aufwachraum räumlich direkt an die Intensivstation angegliedert ist, stehen den Mitarbeitern sämtliche Notfalleinrichtungen zur Verfügung.

Im Aufwachraum arbeiten tagsüber zwei und im Nachtdienst ein Mitarbeiter des Pflegeteams. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit steht die Mitwirkung an der postoperativen Schmerzbekämpfung und  Kreislaufstabilisierung. Durch den Einsatz sehr potenter Schmerzmittel ist die engmaschige Beobachtung des Patienten und dessen Vitalparameter von Wichtigkeit.

Um Schmerzen noch besser zu bekämpfen, erhalten Patienten oft eine patienten-gesteuerte Schmerzpumpe. Sie ermöglicht es dem Patienten, bei Schmerzen eine Infusion einer Schmerzmitteldosis auszulösen.

Besuchszeiten


Die Besuchszeiten für Patienten auf der Intensivstation sind täglich von 12.00 bis 14.00 Uhr, sowie von 18.00 bis 19.00 festgelegt. Auskünfte über den Zustand eines Patienten erhalten enge Bezugspersonen während dieser Zeiten vom diensthabenden Intensivmediziner. Auskünfte per Telefon werden nur nach speziellen Vereinbarungen erteilt. Wir ersuchen um Verständnis, dass nur enge Bezugspersonen die Möglichkeit haben, den Patienten während des Aufenthaltes auf der Intensivstation zu besuchen und dass Patienten im Aufwachraum nicht besucht werden können (Ausnahme nach vorangegangener Vereinbarung sind Kinder sowie Mütter nach Kaiserschnitt).